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Am Donnerstag, den 28.04.05 überreichte die Bezirksversammlung Hamburg-Nord den mit 2.000 € dotierten Kulturpreis an das Stadtteilbüro Dulsberg für einen Schüler-Krimi-Wettbewerb mit dem Hamburger Krimi-Autor Gunter Gerlach im Rahmen der Dulsberger HerbstLESE 2004.

Der Krimi-Schreib-Wettbewerb "Mord auf dem Dulsberg" wurde von dem Hamburger Krimi-Autor Gunter Gerlach konzipiert und gemeinsam mit der Kulturkoordinatorin des Stadtteilbüros Ulrike Ritter an die drei im Umkreis des Kulturhofs liegenden Schulen Gesamtschule Alter Teichweg, Emil-Krause-Gymnasium und Franz-von-Assisi-Schule herangetragen. 34 SchülerInnen der 7. bis 9. Klasse schrieben insgesamt 30 Krimi-Kurzgeschichten. Ein Teil der Geschichten wurden im Anschluss an eine Krimi-Lesung mit Doris Gercke am 13.11.04 im Kulturhof Dulsberg im Rahmen des Stadtteilfestivals Dulsberger HerbstLESE präsentiert und prämiert.
Die prämierte Geschichte von Lea Spohrer, Franz-von-Assisi-Schule, Klasse 9b
Ich liege in meinem Bett und schlafe. Mir ging es den ganzen Tag schon nicht gut und deswegen bin ich früh schlafen gegangen. Plötzlich spüre ich einen heftigen Schmerz im Kopf und wache auf. Es ist früher Morgen und ich bin in meinem Zimmer. Doch irgendwas ist anders. Die Zeit scheint still zu stehen. Ich gehe in die Küche und esse ein Müsli. Es ist alles ruhig. Selbst das Radio in der Küche, das fast den ganzen Tag an ist, scheint seinen Geist aufgegeben zu haben. Meine Eltern schlafen wohl noch. Obwohl sie eigentlich immer früher aufstehen als ich. Egal. Ich ziehe mich um, nehme meinen Turnbeutel, da ich heute Sport habe, und gegen zur Schule auf dem Dulsberg.
Alles ist ruhig. Kein Auto, kein Fußgänger, nicht mal ein Vogel. Aber es ist doch Montag. So langsam bekomme ich Angst. Aber warum sollte ich eigentlich Angst haben? Wahrscheinlich ist diese Straße nur wegen Bauarbeiten oder einer späteren Demonstration gesperrt. Als ich bei der Schule angekommen bin, halte ich nach meinen Freunden Ausschau. Wo bleiben die denn? Eigentlich sind sie doch immer vor mir da.
Ich bin jetzt im Schulgebäude, gehe die langen Korridore entlang und schaue in jeden Klassenraum. Niemand ist da! Was ist los mit mir? Bin ich tot? Im Himmel? Geht das Leben auf der Erde jetzt seinen gewohnten Gang? Ich weiß es nicht. Ich habe Angst.
Jetzt bin ich oben im 5. Stock angekommen. Dieses Stockwerk ist für uns Fünft- bis Neuntklässler eigentlich verboten, denn die Etage ist für die höheren Klassen. Außerdem befinden sich die Chemieräume und das Lehrerzimmer hier oben. Man darf nur mit einem Lehrer hier hoch.
Jetzt bin ich fast ganz hinten im Korridor angelangt. Hier gibt es keine Fenster und das Licht ist wohl auch kaputt. Auf einmal höre ich dumpfe, weit entfernte Hilferufe. Jetzt gibt es nur noch eine Tür, die ich noch nicht geöffnet habe. Ich gehe schneller und die Rufe werden lauter. Ich habe Angst. Mein Atem geht schwer. Ich stehe jetzt vor der Tür und höre die Rufe ganz deutlich. Ich reiße die Tür auf und erstarre. Mein Turnbeutel gleitet mir ganz langsam aus der Hand. Das glaubt mir keiner. Eine ganze Schulklasse steht in der Ecke eines Chemieraumes und… sie brennt. Wirkliches Feuer. Nur die Schüler brennen. Kein Tisch, keine Gardine auch nicht der Fußboden. Die Schüler stehen in einer Ecke, versuchen dem Feuer zu entkommen und rufen händeringend um Hilfe. Sie können sich aus der Gruppe aber nicht lösen. Ich bin wie versteinert, kann mich nicht bewegen. Aber ich muss ihnen doch helfen! Mir wird schwarz vor den Augen und ich falle in Ohnmacht. Das Letzte, was ich höre, ist mein Name, den sie verzweifelt rufen. Dann spüre ich einen heftigen Schmerz im Kopf.
Mit Kopfschmerzen wache ich wieder auf und… alles ist normal. Zum Glück habe ich das alles nur geträumt. Als ich in die Küche komme, mache ich mir wie gewohnt ein Müsli; selbst das Radio läuft wieder. Endlich ist alles wieder normal. Als ich fertig bin mit Frühstücken, will ich meine Müslischale in die Spüle stellen, da fällt mein Blick auf den Titel der Zeitung: Dulsberger Schüler qualvoll in Chemielabor verbrannt. Verdächtiger Turnbeutel gibt Rätsel auf!