Der grüne Rand des Dulsbergs.
Die Osterbek bildet die nördliche Grenze des Dulsbergs. Sie entspringt in Farmsen-Berne an der Straße Wegelstück und fließt nach etwas mehr als sechs Kilometern in die Außenalster. Schon zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurden Teilstücke begradigt und kanalisiert.
Beim Bau der U-Bahn Richtung Farmsen wurde sie in einem Düker unter der Bahntrasse hindurchgeführt. Hamburgs Stadtplaner hatten zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts mit der Osterbek große Pläne. Neben einem Gleisanschluss mit Rangiergleis sollte die ausgebaute Osterbek den Wasseranschluss für ein zu entwickelndes Industriegebiet im nördlichen Dulsberg herstellen. Sie wurde vertieft, kanalisiert und zwischen Elsässer Straße und Nordschleswiger Straße zu einem Wendebecken verbreitert.
Das südliche Ufer wurde mit einer Kaimauer und Anlegestelle versehen.
Die Müllverbrennungsanlage am Alten Teichweg, die 1911 ihren Betrieb aufnahm, war dann der einzige Betrieb, der für seinen Abfall und die Schlackenreste den Kanal mit Schuten nutzte. Daneben entstand im selben Zeitraum die Fischverwertungsanstalt Walkhoff. Diese beiden durchaus geruchsintensiven Betriebe bildeten letztlich das Industriegebiet von Dulsberg.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Wendebecken mit Trümmerschutt zum Teil verfüllt, so dass sich die Osterbek an der Elsässer Straße mit einem kleinen Wasserfall in ihr tiefer gelegenes Bett stürzt.
Die Osterbek ist durchgehend grün gerahmt, meistens wird sie von Kleingärten gesäumt. Auf Dulsberger Gebiet durchfließt sie parkartige Grünanlagen vom Kiefhörn bis zur Elsässer Straße.
Die Fläche bis zur Krausestraße wurde 2025 umgestaltet und für die Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar gemacht. Der Park beiderseits des Gewässers bis zum Ring 2 und darüber hinaus ist idyllisch grün und naturnah gestaltet. Eine geplante Ampel über den Ring 2 würde den Osterbekpark leichter durchquerbar machen und die Grünachse bis zu den Kleingärten in Wandsbek-Gartenstadt verlängern.
Die Wohnbauten am Augustenburger Ufer gehören zur Erstbebauung auf dem Dulsberg nach dem reformierten Bebauungsplan von 1918. Die Architekten des Naumannplatzes Rudolph Klophaus, August Schoch und Erich zu Putlitz entwarfen zwischen Tondernstraße und Augustenburger Ufer zwei nebeneinanderliegende Blockrandbauten, die durch einen Riegel mit Tordurchfahrt verbunden sind.
Den östlichen Gebäudering gestalteten sie, wohl weil die räumliche Situation es erlaubte, ähnlich spektakulär wie die ineinander gestellten Ringe des Naumannplatzes. Sie falteten die Fassade zur Tondernstraße rechtwinklig auf und schufen damit ein besonderes Straßenbild, das auch von den einheitlichen Klinkerfassaden mit gebändertem Mauerwerk in den Erdgeschossen geprägt wird.
Im Krieg wurden die Blöcke zum Teil zerstört und von 1950 bis 1953 in der alten Form wieder aufgebaut. 2019 wurden die Fassaden denkmalgerecht saniert und in den Blockinnenhöfen Balkone angebracht. Ein in den 90er Jahren dazwischen gesetztes Haus am Augustenburger Ufer 8 ist stilistisch eingepasst. 1996 sahen sich die Bewohner*innen in der Elsässer Str.1 und im Augustenburger Ufer 2-7 und 9 mit der Ankündigung des neuen Besitzers ihrer Wohnungen, der Berliner GEPRIVA konfrontiert, dass ihre Wohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt würden. Die Mieter, die eher nicht die Mittel zum Kauf ihrer Wohnung hatten, wehrten sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die durchaus rabiaten Methoden ihres neuen Vermieters.
Dieser Fall von Wohnungsumwandlung und dabei Vernichtung von preiswertem Wohnraum wurde auch deshalb besonders publik, weil sowohl der Maklerfirma wie der GEPRIVA Verbindungen zu Scientology nachgesagt werden konnten. Beide Firmen existieren heute nicht mehr.