Das Grün geht mit der Zeit - der Grünzug als Spiegel der Freiraumplanung der letzte hundert Jahre.
Der östliche Teil des Grünzugs jenseits der Nordschleswiger Straße war bei Kriegsbeginn bis zur Höhe Graudenzer Weg nach den Plänen des Hamburger Gartenamtsdirektors Otto Linne fertiggestellt.
Der ursprünglich geplante Teil bis zum Eulenkamp mit Stauden- und Sommerblumengärten, dem kleinen Hain, einer rasterförmigen Waldpflanzung, und das Planschbecken mit Sandplatz für Kleinkinder konnte nicht mehr realisiert werden.
Von einer senkrecht zum Grünzug angedachten Sportstättenachse wurde die "Kampfbahn", ein großes Sportfeld mit Laufbahn und Leichtathletikanlagen für die Schule und der Sportplatz an der Königshütter Straße fertiggestellt. Nicht mehr gebaut wurde gegenüber der Schule am Alten Teichweg ein weiterer Sportplatz und ein dahinter geplantes Gartenbad.
Auch dieser Teil des Grünzugs wies in seinen fertiggestellten Bereichen vielfältige Funktionsflächen auf. Neben dem Alte-Leute-Garten an der Nordschleswiger Straße gab es zwei formale Rosen- und Blumengärten mit je vier Beeten und einem Wegekreuz. Die beiden Sportplätze wurden durch einen Gymnastikrasen verbunden. Links und rechts von dieser Grünfläche waren zwei Senkgärten angelegt, die mit Rasen bewachsen und mit Rasenstufen arenenförmig ansteigend als Erzählersenken bezeichnet wurden.
Wie schon im westlichen Teil wurden einzelne Gartenzimmer voneinander durch Hecken und Strauchpflanzungen optisch getrennt.
Nach dem Krieg, als von den unterschiedlichen Bereichen nichts mehr übrig war – das Holz der Bäume und Sträucher wurde zum Heizen benötigt, auf den Flächen wuchs Gemüse – wurden hier Trümmer der zerstörten Gebäude ringsum gelagert. Daneben wurde Hamburgs dritte Versuchsanlage zur Wiederverwertung von Trümmerschutt errichtet. Mit dem Baustoff aus zermahlenen Ziegeltrümmern, Zement und Wasser wurden dann unter anderem die Außenmauern beim Wiederaufbau des Nordmarkplatzes errichtet. Dabei wurde die zähe Masse in eine zwei unterschiedlich lange Rutschen Holzverschalung gegossen und der Rohbau konnte so relativ schnell errichtet werden.
Foto: Deutsche Digitale Bibliothek / Geschichtsgruppe Dulsberg e.V.
Mit der Abnahme der Ziegeltrümmer und den gestiegenen Ansprüchen an die Gebäudequalität endete die Arbeit der Trümmerwiederaufbereitungsanlage schon nach wenigen Jahren wieder. Aber mit einigen Umbauten bekam das Gebäude schon 1953 eine neue Funktion als Rutschenturm mit zwei unterschiedlich langen Rutschen auf dem neu angelegten Spielplatz. Der besondere Clou dieses Spielplatzes war aber Hamburgs erste 1,2 km lange Rollerbahn.
Ab 2015 wurde die Rollerbahn saniert und ab 2018 waren die Dulsbergerinnen und Dulsberger aufgerufen, ihre Ideen zur Neugestaltung des Spielplatzes vorzustellen. Seit 2020 erstrahlen Spielplatz und Rollerbahn in neuem Glanz. 2026 soll der Grünzug eine weitere Aufwertung erfahren durch einheitliche Fußwege, neue Sitzgelegenheiten und überarbeiteten Pflanzbeete.