Ja, wo ist er denn nun, der Berg, nach dem dieser Stadtteil benannt ist, fragen Sie sich vielleicht, wenn Sie durch den Dulsberg spazieren.
Die Fläche, auf der heute der Stadtteil Dulsberg liegt, war bis zum Beginn seiner Bebauung um 1900 fast völlig frei von Gebäuden, abgesehen von einigen wenigen kleinen Bauernkaten.
Man nannte das Gebiet "Up de Lohsiede" oder auch "Achter dem Tollsberg (Dollsberg)".
Der Boden dieses Geländes bestand aus Podsol, war also ein nährstoffarmer Sandboden und als Ackerfläche nicht gut geeignet. Auf einigen Wiesen und Weiden wurden wohl eher Tiere gehalten.
Der Name "Lohsiede" deutet auf eine mit Gebüsch (Loh) oder auch mit Fichten bewachsenen Fläche hin. Fichtenrinde (Gerberlohe) wurde zum Gerben von Leder benutzt.
Dieser sandige Boden erhob sich ungefähr dort zu einem 37m hohen Hügel, wo sich heute der Spielplatz an der Lauenburger Straße (Spielhaus Dulsberg) befindet. Der Hügel wurde Tollsberg, Dollsberg, Teufelsberg oder Düwelsbarg genannt, vermutlich gab es noch mehr Bezeichnungen.
Die Herkunft dieser Namen ist nicht genau belegt. War es dort so unheimlich, dass vielleicht der Teufel umging? Galten die zweifelhaften Gestalten, die meistens arme landlose Tagelöhner waren und sich an der Grenze zu Preußen aufhielten, als toll und verdächtig?
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann man damit, den sandigen Hügel abzutragen, um den Sand für Bauvorhaben einzusetzen. In Landkarten, die um 1900 erschienen sind, hat der Dulsberg noch eine Höhe von 19 Metern.
Auch danach wurde der Hügel zur Sandgewinnung und Bebauung des Dulsbergs weiter abgetragen, bis die Fläche ungefähr eingeebnet war. Heute ist der Dulsberg, für das Auge kaum noch sichtbar, 12 Meter über NN hoch.