Ein Kirchenneubau der Moderne am östlichen Rand des Dulsbergs.
Mit dem letzten Kirchenneubau vor Beginn des zweiten Weltkriegs bekam auch der Dulsberg eine Stadtteilkirche, die Frohbotschaftskirche auf dem Straßburger Platz. Durch Wiederaufbau und Neubau wuchs die Einwohnerzahl des Dulsbergs nach dem Ende des Krieges rasant, bis auf ca. 30.000 Einwohner*innen Anfang der 60er Jahre. Die Dulsberger Kirchengemeinde war mit 13.500 Mitgliedern zu dem Zeitpunkt die größte Gemeinde der Hamburger Landeskirche. Man beschloss eine Aufteilung und den Bau einer zweiten Kirche.
Der renommierte Hamburger Architekt Prof. Gerhart Laage (1925 – 2012), ein Freund und Berater Helmut Schmidts, entwarf einen modernen kubistischen Baukörper für den Standort östlich der Nordschleswiger Strasse. An diesem Ende des Grünzuges und am Stadtteilrand Dulsbergs wurde die Kirche von 1967 -1969 gebaut und geweiht.
Foto: Chinesische Gemeinde.
Die beeindruckenden Bleiglasfenster an einer Längsseite gestaltete der argentinische Maler Sergio de Castro (1922 – 2012) in leuchtender Farbigkeit. Er war ein bedeutender Vertreter der abstrakten Malerei nach dem 2. Weltkrieg und berühmt für monumentale Wandgemälde und Buntglasfenster. In der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche verarbeitete er über mehrere Fenster verteilt Motive und Assoziationen zu den großen christlichen Festen Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten und Weihnachten. Bei genauer Betrachtung der Fenster lassen sich außerdem biblische Zitate in den Bildern finden.
Mit dem Rückgang der Zahl der Kirchenmitglieder und der Konzentration der evangelischen Kirchen auf weniger Standorte wurde die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche 2005 geschlossen und von der Nordelbischen Landeskirche an die katholisch-apostolische Gemeinde und seit 2015 an die chinesisch-christliche Gemeinde Hamburgs vermietet.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.