Ein Hauch von Palazzo – der Block Elsässer, Tiroler, Eupener Straße, Eulenkamp.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 trat auch das Baugeschehen auf dem Dulsberg in eine neue Phase. Der Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher, der die bauliche Gestaltung des Dulsbergs maßgeblich mitbestimmt hatte, war in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden und die Stelle wurde nicht nachbesetzt.
Ab 1934 entstanden nur noch einige wenige Neubauten auf dem Dulsberg, so auch in dem Geviert Elsässer Straße, Tiroler Straße, Eupener Straße und Eulenkamp. Dieser Block wurde in Abschnitten von 1934 bis 1938 fertiggestellt, wobei eine Baulücke an der südlichen Eupener Straße (14 -20) verblieb. Obwohl die Zeilenbauweise inzwischen als moderner galt, wurde hier offensichtlich wieder eine geschlossene Blockrandbebauung angestrebt.
Im Krieg blieben der südwestliche und der nordöstliche Teil erhalten. Da ein großer Teil der Außenmauern stehen geblieben war, sind auch die meisten Außenfassaden original erhalten.
Bemerkenswert an diesem Gebäudeensemble ist der südliche Teil an der Ecke Eulenkamp/Elsässer Straße, der auf den Elsässer Platz blickt. Wenn man an dem fünfstöckigen Gebäude hochschaut, sieht man eine ungewöhnliche Fensterreihung im obersten Geschoss, das mit einer geschlossenen Attika aus hellem Beton versehen ist. Die auf die Spitze gestellten kleinen rautenförmigen Fenster gehören zu einem Mezzaningeschoss, einem Halbgeschoss mit geringerer Höhe, das zwar Nutz- oder Abstellfläche bot, aber in der Regel keinen Wohnzwecken diente. Dieses Gestaltungsmerkmal kommt aus der Schloßarchitektur. Bereits in der Renaissance sollten die Mezzaningeschosse die Proportionen eines Gebäudes optimieren. Ein Palazzo war typischerweise mit einem optisch abgesetzten Erdgeschoss für Läden und Werkstätten, einem Hochparterre oder mehreren Geschossen zu Wohnzwecken und einem Mezzaningeschoss versehen.
Das Flachdach, das nur diesen Gebäudeteil bedeckt, betont darüber hinaus den Eindruck einer voluminösen kubistischen Architektur, die eigentlich nicht typisch für nationalsozialistische Gestaltungsvorstellungen war. Die Satteldächer und Spitzgiebel der anderen Gebäudeteile des Blockrings entsprachen dem schon eher.
Nach dem Krieg wurde der Block relativ originalgetreu wiederhergestellt. Die Baulücke an der Eupener Straße wurde dem Originalbau angenähert geschlossen. Ein Großteil der Wohnungen wurde Mitte der siebziger Jahre modernisiert.