Zwischen Grünzug und Sportplatz – die letzten Zeilen des "Neuen Bauens".
Tarnowitzer Weg und Kattowitzer Weg
Anfang der 1930er Jahre wurde auf der gegenüberliegenden Seite des Naumannblocks jenseits der Sportplatzachse am neuen Wohngebiet Dulsberg weitergebaut. Parallel zum Sportplatz entstanden drei Zeilenbauten, die durch den Tarnowitzer und den Kattowitzer Weg erschlossen wurden. Am Tarnowitzer Weg entwarf der Hamburger Architekt H.E. August Meyer und entlang des Kattowitzer Weges Erich Schmarje (1892 -1961) die Wohnanlagen. Die Gebäude waren reine Zeilenbauten, die zu den von Fritz Schumacher angeregten Experimenten für einen optimalen Kleinwohnungsbau gehörten und Stilelemente des "Neuen Bauens" aufwiesen. Sie waren zum Grünzug hin um ein Geschoss herabgezont, hatten Flachdächer und eine schmucklose Backsteinfassade, um einen klaren, geradlinigen Eindruck zu erzeugen.
Die Bomben des 2. Weltkriegs richteten nur Teilzerstörungen an.
Der nördliche Teil der Zeile am Kattowitzer Weg blieb unzerstört.
Die anderen Gebäude brannten zwar aus, aber die Außenmauern blieben bestehen. Daher ist die originale Klinkerfassade in großen Teilen fast vollständig erhalten geblieben und hat damit einen hohen baukulturellen Wert für das gesamte Dulsberggebiet.
Der Wiederaufbau begann 1949 und konnte wegen der geringeren Zerstörungen zügig durchgeführt werden. 1950 waren die Häuser mit leichten Veränderungen wieder hergestellt. Später wurden im Zuge von Modernisierungen an den Westfassaden Balkone angebaut.
Heute befindet sich die Wohnanlage im Eigentum der Vonovia, nachdem der vorige Eigentümer, die Gagfah 2014 von der Deutschen Annington, heute Vonovia aufgekauft worden war.
Die westliche Zeile des Tarnowitzer Wegs grenzt mit ihrer Rückfront an den Sportplatz Königshütter Straße. Diese Sportfläche, ursprünglich ein Grandplatz und in den 80er Jahren mit Rasen ausgestattet, wurde 2024 umfänglich zu einem barrierearmen und inklusiven Sportplatz umgestaltet. Weiterhin ist es ein Naturrasenplatz, allerdings nicht für Ballsportarten, sondern vorrangig für die Leichtathletik. Aber jetzt sind auch Parkoursport, Trampolinspringen, Basketball oder Skaten auf einem Loop möglich. Mehrere rollstuhlgerechte Outdoorfitnessgeräte und Installationen für Ältere wurden ebenfalls eingebaut. In einem nicht unstrittigen Prozess ist die Betreiberschaft an den HSV e.V. übergeben worden.
Der Platz kann aber auch von anderen Vereinen, vor allem aber von der Öffentlichkeit genutzt werden. Seit der Einweihung im September 2024 erlebt man viele Freizeitsportler, die sich auf der Anlage fit halten.