Protokoll zur 357. Sitzung des Stadtteilrates Dulsberg am Dienstag, den 04.11.2025 um 18.00 Uhr hybrid, d.h. in Präsenz bei SOS, Straßburger Str. 19 und digital per Video
Die Tagesordnung der 357. Sitzung sah wie folgt aus:
- TOP 0. Begrüßung neuer Teilnehmender und Sprechstunde für die Bewohner:innen
- TOP 1. Informationen über den aktuellen Stand der Planungen für die Stadtteilschule Alter Teichweg und den Olympia-Stützpunkt
- TOP 2. Verabschiedung des Protokolls vom 7. Oktober 2025
- TOP 3. Vorstellung des geplanten Weihnachtsmarktes auf dem Straßburger Platz
- TOP 4. Aktuelles
- TOP 5. Anträge an den Verfügungsfonds (Kalender 2026)
- TOP 6. Termine
- TOP 7. Sonstiges
TOP 0. Begrüßung neuer Teilnehmender und Sprechstunde für die Bewohner:innen
Herr Clemens J. wird als erstmalig teilnehmender Gast begrüßt.
Roger Popp teilt mit, dass am Vormittag die Quartierskünstlerin von der SAGA offiziell verabschiedet wurde. Sie hat ein Buch erstellt mit all ihren Projekten, aber nur in kleiner Auflage. Es wurde herumgereicht und kann im Stadtteilbüro eingesehen werden.
Vincent M. stellte die Frage nach Infoveranstaltungen zur Hamburger Olympia Bewerbung.
TOP 1. Informationen über den aktuellen Stand der Planungen für die Stadtteilschule Alter Teichweg und den Olympia-Stützpunkt durch Vertreter:innen von Schulbau Hamburg (SBH) und Gebäudemanagement Hamburg (GMH)
1: Gelände und Gebäude Stadtteilschule Alter Teichweg
Herr D. (Schulbau Hamburg (SBH)) und Herr F. (Gebäudemanagement Hamburg (GMH)) stellen den aktuellen Planungsstand für die Stadtteilschule Alter Teichweg, speziell den 70er Jahre Neubau und die Grundschule vor.
Im August und final im September ist auf Senatorenebene der Beschluss für einen Abriss des sog. Kasseler-Neubaus gefallen, da eine Sanierung wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen wäre. Es hätte bis auf die Betonstruktur zurückgebaut werden müssen, die Tiefe der Grundrisse hätte gewaltige Lüftungsanlagen erfordert und insgesamt könnten die heutigen und nach dem Volksentscheid nochmal schärferen energetischen Anforderungen nicht erfüllt werden.
Alle Gebäude sollen nach KFW 40 und mit Solar auf dem Dach gebaut werden. Ein Abriss ermöglicht der Schule nun, das gesamte Raumkonzept nochmal neu aufzustellen. Es gibt ein neues Planungsteam, das sich der Aufgabe stellt. Es wird eine städtebauliche Studie erstellt, um herauszufinden, wie die Gebäude auf dem Gelände angeordnet werden sollen, zudem müssen die Baumassen erfasst werden. Eine Sanierung des historischen Schumacherbaus wird vorgezogen. Man geht davon aus, dass für die Realisierung jetzt zwei bis drei Jahre mehr benötigt werden.
Schulbau betrachtet grundsätzlich nur das Schulgrundstück. Für die geplante Zweifeldhalle auf dem jetzigen Tartanfeld gibt es hingegen gemeinsame Planungen mit GMH. Da an der heutigen Straße "Am Dulsbergbad" beide Grundstücke aufeinandertreffen, ist Ziel, die bisherigen Begrenzungen zu entfernen und einen Gesamtkomplex entstehen zu lassen.
Auf die Frage, ob Schulkinder zwischendrin an einem anderen Standort untergebracht werden müssen, wird entgegnet, dass dies vermieden werden soll. Eine weitere Frage, wie intensiv die Schule in die Planungen eingebunden ist, wird dahingehend beantwortet, dass sie immer dabei ist, aber nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann, da man mit Steuergeldern hantiert und nur bestimmte Summen pro Quadratmeter ausgegeben werden können. Aber das Schulkonzept wird Basis der Ausschreibung sein.
Auf Frage nach Öffnung der Schule in den Stadtteil wird ausgeführt, dass an der Bereitstellung von Räumen für die oben schon genannten Drittnutzer festgehalten wird und zum Alten Teichweg ein öffentlicher Stadtteilplatz/Forum entstehen soll. Es wurde aus dem Stadtteilrat der Wunsch formuliert, das jetzige Gebäude des Lesehauses auch nach einem Umzug zu erhalten. Diese Frage ist strittig, aber von Herrn Fiedler wiederholt in den Planungsrunden gefordert worden. Auf Nachfragen zum Baumbestand wurde die Bedeutung hervorgehoben und mitgeteilt, dass der Bezirk dort draufschaut.
Es wurde der Wunsch geäußert, die Schulmensa für den Stadtteil zu öffnen, auch für ältere Menschen. Auf die Frage, für wieviel Schüler geplant wird, wurde die Zahl 1500-1700 genannt.
2: Gelände und Gebäude Olympiastützpunkt (OSP) und Haus der Athleten
Herr K. (GMH), Frau B. (GMH Sport) und Frau G. (Behörde für Inneres und Sport - Landessportamt) präsentieren den Planungsstand für die beiden neuen Gebäude.
Bisher befindet sich das Haus der Athleten am Ring 2. Hier wohnen Personen, die Leistungssport betreiben und gleichzeitig noch zur Schule gehen (Internat). Diese Unterbringung wird an den Standort Alter Teichweg verlegt sowohl als Internat als auch als Wohnheim für Sportler:innen. Die Fassade wird mit dem Rotklinker des historischen Fritz Schumacher Baus der Schule korresponieren. Im Erdgeschoss befinden sich zukünftig Küche und Speisesaal mit einem dem Leistungssport angepassten Essensangebot. Nach der aktuellen Entwurfsplanung sind 42 Internatszimmer für unter 18-Jährige und 17 Wohnheimzimmer für Erwachsene vorgesehen.
Das neue Gebäude für den Olympiastützpunkt zeigt sich mit einer großen Glasfassade, so dass von außen das Gebäude mit seinem Innenleben wahrgenommen werden kann. Im Erdgeschoss befindet sich ein Foyerbereich genauso wie leistungssportspezifische Ausstattung für den Trainingsbetrieb wie z.B. Kältebecken, Ermüdungsbecken und Gym. In den Etagen darüber befinden sich Räume für die trainingswissenschaftliche Begleitung der Sportler:innen wie z.B. die Physiotherapie, aber auch soziale und ernährungsbegleitende Angebote.
Anliegend an beide Gebäude soll ein Quartiersplatz bis zur gegenüberliegenden Schule entstehen, wobei der OSP-Anteil der kleinere ist. Hier sind Sitzmöglichkeiten und Fahrradstellplätze geplant. Auf Nachfrage wurde betont, dass eine intensive Begrünung bzw. hohe Versiegelungsfreiheit nicht möglich sei, da Feuerwehrzufahrten und Lieferverkehr berücksichtig werden müssen, der Baumschutz innerhalb der Bauphase aber gewährleistet ist. Photovoltaik und Dachbegrünung sind auf dem OSP-Gebäude und die Gebäudetechnik auf dem Haus der Athleten positioniert.
Als Zeitschiene vorgesehen ist im dritten Quartal 2025 die Einreichung des Bauantrages, im zweiten Quartal die Vorlage der Bürgerschaftsdrucksache, im vierten Quartal 2027 der Baubeginn und eine Fertigstellung Ende 2029.
Nachfragen gab es zu Nutzungszeiten in den Hallen des Olympiastützpunktes auch für die Öffentlichkeit. Zur Frage, ob es Synergien bei der Bespeisung von Schülerschaft und Sportlerschaft geben könne, wurde mitgeteilt, dass sowohl die Anzahl der Essen als auch die auf die leistungssportlichen Erfordernisse abgestimmte Essenszubereitung dies nicht erlaube.
Auf Rückfrage zur barrierefreien Zugänglichkeit wurde mitgeteilt, dass die Physiopraxis schwellenlos zugänglich bleibt und eine Stellungnahme des Kompetenzzentrums für Barrierefreiheit eingeholt wurde. Der Trainingsbetrieb bleibt durchgängig erhalten, da erst der Neubau entsteht und dann das alte Gebäude abgerissen wird. Frau G. ergänzte, dass die Schwimmhalle in dem Zuge einen neuen Eingangsbereich bekommt. Auf Rückfrage wurde mitgeteilt, dass eine Erweiterung des Freibades schon allein aus Platzgründen nicht möglich sei, außerdem eine solche Frage an Bäderland Hamburg zu richten sei. Trotzdem soll das gesamte Areal eine öffentliche Begegnungsstätte werden. Es wurde der Wunsch geäußert, die Essensangebote in irgendeiner Form auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Eine Öffnung zum Grünzug entsteht laut Frau S. (Bezirksamt HH-Nord) über die zukünftig an der Grünachse zwischen den beiden Arealen liegenden Volleyballfelder, die eine Unterbrechung der Gebäudekörper bilden. Abschließend wird aus der Klima-AG der Wunsch geäußert, sich einmal mit den Landschaftsplanern zu treffen.
TOP 2. Verabschiedung des Protokolls vom 7. Oktober 2025
Von der Mobilitäts-AG gab es Änderungswünsche zum Protokoll. Mit diesen wurde es angenommen. Die Stadtteilpolizistinnen äußerten, dass sie zukünftig nicht mehr als stimmberechtigtes Mitglied geführt werden sollen.
TOP 3. Vorstellung des geplanten Weihnachtsmarktes auf dem Straßburger Platz durch AHOI-Events, Herrn L. (GF)
Fällt aus, da AHOI sich nicht dazugeschaltet hat.
Jürgen Fiedler erläutert kurz, dass es vom 28.11. bis 21.12. einen Weihnachtsmarkt auf dem Straßburger Platz mit Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag geben wird, organisiert von AHOI, einer großen Event-Agentur, die auch die Weihnachtsmärkte in St. Georg und St. Pauli betreibt. Eingeladen sind hiesige Einrichtungen und Institutionen, sich daran zu beteiligen und dort auch für sich Gelder zu akquirieren. Wiebke F. ergänzt, dass dies in St. Georg auch so geschehe und der dazugehörige Kontakt mit dem Veranstalter sehr einfach und unkompliziert ist.
TOP 4. Aktuelles
Aus dem Stadtteil
Renate S. berichtet, dass auf der Krausestraße Gehwegplatten entfernt wurden und die Radfahrer nun den Sandbelag kaputtfahren. Laut Frau S. ist hierfür das Tiefbauamt zuständig und die Maßnahme beruht sicherlich darauf, dass das Wurzelwerk die Platten anhebt und sie dann entfernt werden müssen. Grundsätzlich wird dies von den Wegewarten überwacht.
Es wurde die Frage aufgeworfen, ob dem Stadtteilbüro etwas zu einem möglichen Public Viewing zur Fußball-WM im nächsten Sommer bekannt sei, was Jürgen Fiedler verneinte.
Emre Ö. berichtete von jüngsten Aktivitäten des Solidaritätsvereins. Es gab ein Fußballturnier gegen Rassismus auf dem Kunstrasenplatz am Alten Teichweg mit 30 Teilnehmer:innen. Nach dem Aushängen von Bundeswehrwerbung in vielen Läden, vor allem migrantischen, ist der Verein mit den Ladenbesitzern ins Gespräch gegangen. Als Reaktion wurde von ihm zu einer Diskussionsveranstaltung im Nachbarschaftstreff eingeladen, zu der 10 Personen kamen. Geplant ist zudem eine Migrationskonferenz.
Kerstin Zacher teilt mit, dass die große Fläche vor dem Dulsberg-Hof inzwischen von einem Busunternehmen zum Abstellen der Fahrzeuge genutzt wird (Busteam Deutschland).
Feier im Grünzug (Bericht über das Nachgespräch)
Sarah H. erläutert, warum die Feier, so wie sie geplant war als kleine Zusammenkunft anlässlich des Todes eines in Hamburg lebenden und kurzfristig in Ghana gestorbenen sehr bekannten Künstlers, deutlich personenstärker wurde. In Ghana gab es einen Absturz eines Flugzeuges, bei dem mehrere Minister ums Leben kamen. Dieser Vorfall hat dazu geführt, dass sich an das kleiner geplante Event andere Personen angehängt haben.
Die Polizei hat die Veranstaltung am Abend aufgelöst. Ein Nachgespräch zwischen Stadtteilbüro, Stadtteilrat, Polizei und Ausrichterinnen hat nachträglich stattgefunden und es wurden Regularien verabredet. Veranstaltungen im Grünzug bedürfen grundsätzlich einer Sondernutzungsgenehmigung und der damit verbundenen Bereitstellung von Toiletten und den Auflagen zum Schutz der Grünanlagen.
Neuerliches Treffen der AG "Straßburger Platz"
Die AG Straßburger Platz hat erneut getagt. Vorschläge kamen zur Versickerung von Regenwasser und der Einfriedung des Platzes mittels eines Walls. In der Zwischenzeit und auch auf dem Treffen sind viele Beispiele von Mitgliedern der AG eingegangen mit Bildern oder Links zu Modellen von mobilem Mobilar. Der nächste Schritt ist, im Zuge eines Ortstermins die möglichen Aufstellflächen genauer einzugrenzen. Es gibt neuerdings einen Abstellplatz für E-Roller auf dem Straßburger Platz gegenüber von REWE.
Aus dem Regionalausschuss (RegA)
Aus dem RegA gab es keine neuen Infos.
Aus der RISE-Programmsteuerung
Frau S. teilte mit, dass Stadtgrün auf dem nächsten Regionalausschuss die abschließende Planung für den Grünzug vorstellen wird. Noch dieses Jahr soll ausgeschrieben und Anfang 2026 mit der Maßnahme gestartet werden. Dies geschieht abschnittsweise, so dass im Sommer viele Nutzungen wieder möglich sein werden.
Eine Bewohnerin berichtet von einem Vorfall in der Zopoter Straße. Schon länger nutzen eine Vielzahl der Schüler:innen die kleinen Straßen des Wohnkomplexes der Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerergenossenschaft (ADSG) zwischen Altem Teichweg und Dulsberg-Nord als Durchgang bzw. in den Pausen und Freistunden als temporären Verweilort. Z.T. gehen mehrere Hundert Schüler täglich durch die Straße. Berichte dazu gab es in der Mopo und im Wochenblatt. Somit gärt schon seit längerem darüber Unmut.
In diesem Kontext ist im Zuge einer Auseinandersetzung mit Schülern der Emil Krause Schule ein Anwohner körperlich attakiert worden. Nachfolgend gab es Gespräche der Genossenschaft mit ihren Mieter:innen, genauso zwischen Genossenschaft und Schulleitung. Die Wohnungsgenossenschaft ist dahingehend aktiv geworden, dass Schilder aufgestellt wurden, die auf den privaten Raum hinweisen, zudem wurde bis Weihnachten ein Sicherheitsdienst beauftragt, die Lage zu kontrollieren.
TOP 5. Anträge an den Verfügungsfonds (Kalender 2026)
Eingebracht wurde ein Antrag zur Finanzierung des Jahreskalenders 2026, der sich inhaltlich auf das Jubiläum des Stadtteils im nächsten Jahr bezieht.
Einstimmig angenommen.
TOP 6. Termine
Termine werden hier nicht aufgeführt, da sie bei Verabschiedung des Protokolls bereits veraltet sind.
TOP 7. Sonstiges
Die Weihnachtsfeier des Stadtteilrates am 2.12. findet im NBT statt.
Anschließend gratulierte Roger Popp im Namen des Stadtteilrates mit einer launigen Rede Jürgen Fiedler zu seinem 30-jährigen Arbeits-Jubiläum im Stadtteilbüro und übergab zwei Buchgeschenke und eine Sonderausgabe des "BACKSTEIN". Jürgen Fiedler bedankte sich herzlich und lud zu einem kleinen Umtrunk im Anschluss.
Ende der Sitzung 19:45 Uhr
